Aktuelle Projekte

Sommer 2012/ 2013

Die Restaurierung des Pfundser Turms

                                                                 mehr...

Winter 2010-11

Die Stubengetäfel des Torturm in Altfinstermünz

                                                                 mehr...

21.06.2010

Kalkbrennen in Altfinstermünz

                                                                 mehr...

Sommer 2010

Maurerseminar in Altfinstermünz

                                                                 mehr...

04.05.2009

Kirchenorgel Pfarrkirche Umhausen

                                                                 mehr...

01.04.2009

Altfinstermünz Nauders

                                                                 mehr...

15.03.2009

Heimatmuseum Längenfeld

                                                                 mehr...

Kirchenmaler Ganglberger Gebhard - Flachsgasse 2 - 6441 Umhausen Tirol- Tel. 0664/4623746 - info@kirchenmaler.at
Der Torturm wurde in den Jahren 1502-1537 erbaut; Zustand 2010 nach Restaurierung.
Der mächtige Torturm des Ensembles Altfinstermünz im Tiroler Oberland.
Der leerstehende Turm wurde des öfteren nach brauchbarem durchsucht. Getäfel vor Restaurierung 2009.
Getäfel vor Restaurierung.
Portal während Freilegung.
Detail während Abnahme der Fassungen des 19. Jh.
Der Kammzug wurde bereits vor der Montage der Paneele eingedrückt.
Der originale Kammzug unterhalb der abgenommenen Profilleisten.
Der nachgebaute Stempel weist absolut die gleiche Linienstärke auf wie der vorgefundene Kammzug.
Nachgebauter Stempel aus Werkzeugstahl.
Um die Linien einzudrücken wurde das Holz vorgenässt.
Verstärken des eingedrückten Kammzuges.
Der Auftrag von farblosem  Nussöl lässt das Holz enorm dunkel erscheinen.
Musterlegung für das streichen mit Nussöl.
Die Stube nach Restaurierung mit dem neu errichteten Stubenofen.
Stube nach Restaurierung.
Die Stube aus dem 17. Jh. wurde um 1800 neu gefasst, ebenso der Stubenofen neu errichtet.
Weiters im 1. Obergeschoss eine Stube aus dem 17. Jh. mit Interpretaion 2 um 1800.
Stube nach Süden mit rekostruierter Fassung um 1800.

Renaissancestube Torturm

 

Die im 1. Obergeschoß des von 1502-37 entstandenen Torturms gelegenen Stuben stammen aus unterschiedlichen Zeiten, mit ebenso unterschiedlichem Erscheinungsbild.

Die gesamte  1. Ebene bestand ursprünglich aus einem einzigen Raum, der abgesehen vom abgeteilten Stiegenaufgang die gesamte Grundfläche des Turmes einnahm. Noch im 16. Jh. erhielt der Raum eine erste Unterteilung, von der noch die auf 1584 datierte Renaissancestube erhalten ist. Im Zuge mehrerer Veränderungen bzw. Umbauten entstehen im 17. Jh. und um 1800 noch zwei weitere, getäfelte Stuben. Während dieser Umbauten erhalten die Getäfel immer wieder neue Interpretationen, die der jeweiligen Zeit  entsprechen.

Renaissancestube von 1584.

Die Stube aus dem Jahr 1584 wurde in Zirbenholz gefertigt und ist nicht nur die älteste Stube, sondern ist auch aufgrund der relativ seltenen Fassung sehr interessant. Über der Eingangstür steht die Inschrift „Anfang bis Ent- Wilhalm Grafinger, 1584“. Der zu dieser Zeit bestellte Richter oder Pfleger ließ von weiteren Umbauten abgesehen auch diese Stube anfertigen.

Restaurierung:

Das Getäfel erhielt in Laufe der Jahrhunderte mit der Erstfassung noch zwei weitere Interpretationen. Für die Restaurierung wurde die Restaurierung der Originalfassung angestrebt, von der noch die schwach erhaltenen Linien eines Kammzuges zu sehen waren. Um diese Kammzüge nicht zu verlieren, mußten vorerst die restlichen Übermalungen mechanisch entfernt werden. Nun wurden sämtliche fehlende Teile wie Paneele und Profile in Zirbenholz ergänzt. Erst jetzt konnten mit einem nachgebautem „Stempel“ die Züge im Holz wiederum eingedrückt werden, die ansonsten nicht mehr sichtbar geblieben wären. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, daß der Kammzug vor der Montage der Paneele eingedrückt wurde. Dadurch sind die Linien nicht einheitlich, sondern variieren in Anordnung und Höhe. Dies gibt dem Stubengetäfel einen besonderen Ausdruck.

Vor eine schwierige Aufgabe wurde das Labor des BDA gestellt, wo anhand der Proben die Zusammensetzung der Originalfassung zu bestimmen war. Dies gestaltete sich recht kompliziert, da sich das Bindemittel über die Jahrhunderte zu weit abgebaut hatte um es eindeutig zu bestimmen. Erst nach weiteren, gezielten Probenahmen konnte ein eindeutiger Befund erzielt werden.

Die Proben wurden mittels Gaschromatographie- Massenspektrometrie (GC-MS) auf natürliche Öle, Harze und Wachse untersucht. Dabei konnte Walnussöl mit Spuren von Kiefernharz (z.B. Terpentin) nachgewiesen werden. (Analysebericht KHM Wien) Nussöl wurde Aufgrund seiner schlechten Trockeneigenschaften hauptsächlich in der Ölmalerei eingesetzt.

Nach eingehenden Diskussionen entschied man sich für das einölen der Getäfel mit Walnussöl. Dies bewirkte zu Einen eine bessere Lesbarkeit des Kammzuges, weiters entsprach sie dem  Befund. Der zu einem unbekannten Zeitpunkt abgerissene Ofen wurde durch einen neuen Stubenofen mit schlichter Form ersetzt.